FSV überzeugt bei den Deutschen Meisterschaften Ü30 in Bochum
Im Schatten des Ruhrstadions trafen sich Anfang Juli die besten Judoka über 30 in der Bochumer Rundsporthalle, um am ersten Juliwochenende die Deutschen Meisterschaften als das jährliche „Klassentreffen“ zu bestreiten und ihre Besten zu finden.
Mit viel Einsatz wurde in Bochum bei den Deutschen Einzelmeisterschaften der Frauen und Männer und den Deutschen Mixed-Team-Meisterschaften der Landesverbände Deutschlands, auf den vier Wettkampfmatten um Medaillen und Platzierungen gekämpft. 358 Männer und 102 Frauen aus dem gesamten Bundesgebiet standen in Bochum in der Rundsporthalle auf der Matte. Neun Judoka des Fermersleber Sportvereins haben, wie schon seit Jahren, erfolgreich abgeschnitten: Deutsche Meister 2026 wurden Dr. Ingo Gottschalk, Altersklasse M8 (-100 kg) und Jörg Schenke, Altersklasse M7 (-100 kg). Bronzemedaillen erkämpften Ralf Biermann, Altersklasse M7 (-81 kg), Manfred Bärwald, AK M8 (-73 kg) und Herbert Steinberg AK M9 (-81 kg). Starke 5. Plätze belegten Toni Semmler, AK M2, (-90 kg), Ralf Wohlfahrt AK M 3(-66 kg), Frank Panitz AK 7 (73 kg) und Carsten Haberland AK M5 (-66 kg).
Die Magdeburger Kämpfer konnten teils mit spektakulären Techniken brillieren, die für Szenenapplaus sorgten. Sie zeigten, wie gewandt und technisch versiert Judo sein kann.
Vor allem die „alten Eisen“ zeigten, wie sie geschmiedet wurden. Am Ende stand im Einzel Platz sechs im deutschen Medaillenspiegel zu Buche. Einen Platz vor Hessen, die mit doppelt so vielen Startern vertreten waren.
Die Einzelwettbewerbe wurden von einem tragischen Zwischenfall mit Todesfolge überschattet. Dennoch fanden nach einer sehr emotionalen Gedenkminute am Sonntag die Mannschaftswettkämpfe statt.
Zu den Mannschaftskämpfen fand sich in der AK Ü 55 aus Sachsen-Anhalt eine starke Vertretung von Judoka aus Wittenberg und Magdeburg.
Mit zuzüglicher weiblicher Verstärkung aus Brandenburg siegten die Männer des Landes Sachsen -Anhalt souverän gegen die Auswahl aus Berlin mit 4:1. Schade war, dass der Berliner 2,14 m und 140 Kg schwere Kämpfer nach einem schon gewonnen 3:1 Vorsprung seinen Kampf gegen Gottschalk zurückzog, wurde der doch mit Spannung erwartet. Hier wäre ein Fight von Medaillengewinnern von Weltmeisterschaften angesetzt gewesen. Der Berliner schonte sich. Gegen Team 2 aus NRW war der Kampf enger. Nach zwei Siegen durch Harald Fungk und Gaststarterin Anke Heidrich verlor Olaf Rodewald etwas überraschend. Die zweite Frauengewichtsklasse wurde kampflos abgegeben, so dass Jörg Schenke beim Stand von 2:2 den Sieg einfahren sollte. Als zuverlässiger Kämpfer waren die Erwartungen durchaus berechtigt, doch Fortuna war an diesem Tag nicht auf der Seite des Judoverbandes Sachsen-Anhalt. Jörg verletzte sich zu Kampfbeginn bei seinem ersten Angriff, welcher ihm Waza-ari einbrachte und folgte der Vernunft und dem Rat der Sanitäter. Er gab diesen Kampf ab und damit verlor das Team 3:2 und einen starken Kämpfer für den Rest des Tages.
Gegen das andere Team aus NRW ergab sich eine ähnliche Konstellation. Frank Panitz gewann den Auftaktkampf zügig. Anke Heidrich verlor knapp über die volle Kampfzeit, doch Olaf Rodewald stellte mit einem Yuko-Sieg den Vorsprung wieder her. Ein kampfloser Punktverlust im zweiten Frauenkampf, gab Dr. Ingo Gottschalk die Zügel in die Hand. Mit O-uchi-gari nach kurzer Kampfzeit besorgte er das 3:2 und weiter die Hoffnung auf Gold, sollte Team NRW 2 patzen.
Zum Abschluss gegen die Vertretung Bayerns sorgten Frank Panitz, Silke Rühl (kampflos), Olaf Rodewald und Dr. Ingo Gottschalk für das 4:0. Da es für die direkten Konkurrenten auch nur noch gegen Bayern ging, war die Hoffnung auf Gold dahin, aber die Freude über die stark erkämpfte Silbermedaille überwog.
Nach einem anstrengenden Wochenende mit ordentlich Edelmetall ging es zurück nach Sachsen-Anhalt und die Vorbereitungen für die nächsten internationalen Highlights haben damit schon begonnen.


